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Customized Advertising: Für die Tonne.

Die Welt echauffiert sich über Facebooks seit Ende Januar geltenden Nutzungsbedingungen. Mehr oder weniger erlaubt der Nutzer FB seitdem, sein Surfverhalten insbesondere auch dann zu nutzen, wenn man gar nicht auf FB ist.

Wenn ich also auf amazon nach einer bestimmten CD suche oder auf Google nach der Adresse einer Autowerkstatt in Kleinposemuckel, dann wird mir FB bei meinem nächsten Besuch auf Basis meines Surf- und Suchverhaltens seit meinem letzten Besuch ähnliche Artikel in meiner Chronik anbieten.

Hmmmm....

Das war doch vorher schon so, oder? Ich bin mir sicher, dass das nichts Neues ist. Vielleicht ist es jetzt neu in den Nutzungsbedingungen, aber bemerkt hatte ich das schon viel früher.

Egal wie: Gerade heute war ich damit wieder konfrontiert und musste zum wiederholten Male feststellen, wie blöd das ganze eigentlich ist. Ich hatte kürzlich ein Tamron-Objektiv bei eBay gebraucht ersteigert. Zuvor hatte ich danach gezielt gesucht, da ich es mir in einer Testzeitrschrift als besonders empfehlenswert präsentiert worden war. Also: Marke, Objektivbezeichnung und Bajonettverschlusstyp eingetippt, bei eBay fündig geworden und dort erfolgreich ersteigert.

Heute nun zeigt mir FB genau dieses Objektiv neben meiner Chronik zum Kauf an. Ähm, ich hab' es aber schon. Soll ich jetzt nochmal dasselbe kaufen?

Genau so war es auch im Dezember. Unsere Kaffeemaschine hatte nach über zehn Jahren klaglosen Kaffeebereitens ihren Geist aufgegeben und war vom Zeitlichen gesegnet worden. Weihnachten ohne Kaffee? Unmöglich! Gesucht - gekauft! Und kurz darauf: Genau dieses Modell neben meiner FB-Chronik als Link mit Bild angeboten bekommen.

Also, Facebook: Ihr wißt zwar jetzt, dass ich ein bestimmtes Objektiv für meine Nikon-Kamera gesucht habe. Und auch, dass ich wahrscheinlich Kaffee trinke und einen Vollautomaten der Marke XY mal gesucht habe. Aber gekauft? Davon steht in Eurer Datenbank nichts.

Wäre ich ein Freund Eures "customized advertising", dann würde ich mir von Euch wünschen, statt meiner Kaffeemaschine beim nächsten Mal das zugehörige Reinigungsmaterial angeboten zu bekommen. Oder für mein Objektiv einen passenden Polarisierungsfilter. Gerne auch sonstige komplementäre Artikel all jener Dinge, zu denen ich in meinem Surfleben noch so allerlei Informationen abrufen werde. Aber das scheint Ihr noch nicht hinzubekommen.

Tja, Facebook. Also wäre ich einer Eurer Datenabnehmer, ich würde es mir schon zweimal überlegen, ob ich dafür bei Euch Geld ausgeben wollte. Der konsumbasierte Kapitalismus ist ohehin fragwürdig. Aber doppelt und dreifach dasselbe Produkt zu kaufen, wäre ein wenig übertrieben. Findet Ihr nicht?

Aber am allerbesten findei ich heute folgendes: Eine Anzeige für einen eBay-Artikel, den ich selbst eingestellt hatte. Besser kann man diesen Quatsch nicht ad absurdum führen...

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