Iran 2017: Was wird mich dort erwarten?

17.10.2016

Ayatollah Khomeni... Wirtschaftsembargo... Nuklearprogramm...  - Dies sind die Themen, die wahrscheinlich den meisten von uns sofort in den Kopf schießen, wenn die Sprache auf den Iran kommt. Mullahs, Ajatollahs, der Verschleierungszwang für Frauen und der Stux-Virus.

 

Nächstes Jahr will ich mit einem Freund in den Iran reisen. Eigentlich wollte ich das schon lange tun, aber wie es halt im Leben so ist: Vornehmen tut man sich viel. Diesmal aber wird es tatsächlich passieren. Wir beiden waren bereits im vergangenen Jahr nach Nordkorea gereist, um uns ein eigenes Bild von den dortigen Zuständen zu machen. Zugegebenermaßen: Viel von dem, was man vorher im Fernsehen über das Land Kim Jong Uns gesehen und gelesen hatte, war dann auch tatsächlich so - natürlich immer gesehen durch den aufgezwungenen Filter des westlichen Ausländers, dem ein potjemkinsches Dorf vorgeführt wird. Das Programm der Reisegruppe kann nicht frei bestimmt werden, Kontakt zur Bevölkerung wird systematisch unterbunden, und wenn man an einem der vielen Denkmale Kim Il Sungs vorbeikommt, muss man für teuer Geld Blumen kaufen und zu seinen Füßen legen.

 

Im Iran wird das anders sein. Das Land ist kein potjemkinsches Dorf. Kein Operettenstaat wie Nordkorea. Es ist, ganz im Gegenteil, eine ernstzunehmende Regionalmacht und nicht die Spielwiese eines aufgeblasenen Popanz', und der Iran ist ein Land, das sich aus der persischen Hochkultur vergangener Jahrhunderte entwickelt hat. Und doch ist es für mich ein Land, das Nordkorea in gewisser Hinsicht ähnlich ist: Der Gott in Nordkorea heißt Kim Il Sung, der im Iran heißt Allah. Es verursacht mir fast physische Schmerzen, wenn ich mir vorstelle, ich müsste in einem solchen Land leben, in dem Kritik an der obersten Gottheit schlimmstenfalls mit dem Tode bestraft wird oder zumindest, wenn man "Glück" hat, mit Jahren im Gulag oder einer stattlichen Anzahl von Peitschenhieben. Das Verlangen nach persönlicher Freiheit muss im Iran immens sein. In den vergangenen Jahren, wenn einmal wieder Parlamentswahlen stattfanden und sich die junge Generation an den Hoffnungsschimmer eines Reformers klammerte, ja sogar für Veränderungen und Freiheit auf die Straße gingen, wurden die Jungen und Intelligenten bislang immer bitter enttäuscht.

 

Dennoch hat sich eine Art westlicher Subkultur in diesem Land entwickelt. Oft lese ich von einer westlich orientierten, gebildeten jungen Mittelschicht, die sich die Öffnung gen Westen wünscht und immer wieder und in den verschiedensten Formen gegen die meist religiös begründeten Verbote verstößt.

 

Ich glaube, ich werde in ein Land reisen, das voller Widersprüche ist und dabei ist, aus einem langen Dornröschenschlaf der Wirtschaftssanktionen zu erwachen. Ich bin sehr gespannt, welche Eindrücke ich aus dem Iran zurückbringen werde.

 

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